ALBERTINA AUSSTELLUNG: Tanzbild Fotografien aus der Sammlung der Albertina

Rudolf Jobst / Berta, Elsa und Grete Wiesenthal im Lanner-Schubert-Walzer, 1908 / Silbergelatinepapier, retuschiert / ALBERTINA, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung für Kunst und Wissenschaft

Von 3. März bis 7. Juni 2026

Anhand von Schwerpunkten und Streiflichtern aus der Sammlung der ALBERTINA erzählt die Ausstellung Tanzbild eine Geschichte der Tanzfotografie, deren zeitlicher Bogen sich von den 1860ern bis zum Beginn der 1940er-Jahre spannt. Am umfangreichsten ist die Zwischenkriegszeit vertreten, in welcher sich die Tanzmoderne in Abgrenzung zum klassischen Ballett als breite Bewegung entfaltete und zu einem wichtigen Teil des kulturellen Lebens im deutschsprachigen Raum wurde. Das Bildrepertoire der Tanzfotografie ist breit gefasst: Es reicht von klassischen Porträts, Rollen- und Kostümbildnissen und statischen Abbildungen tänzerischer Posen bis hin zu Momentaufnahmen, die den Tanz in Bewegung zeigen.

Carl und Rudolf Mahlknecht / Tänzerin im Atelier, ca. 1873 / 16,4 × 11 cm, Albuminpapier / ALBERTINA, Wien – Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt

Der wachsende Bedarf an Bildmaterial, etwa als Werbemittel oder für die Abbildung in Illustrierten, führte in der Zwischenkriegszeit zu einer Spezialisierung einiger Ateliers. Zunehmend waren Fotografinnen hinter der Kamera tätig. Auf dem Tanzsektor bestimmten Frauen als eigenständige und emanzipierte Künstlerinnen bereits längst das Milieu. Wien war eine jener Städte, in der ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts eine lebendige Szene heranwuchs.

Anton Josef Trčka / Egon Schiele in Pose, 1914 / 11,8 x 8,5 cm, Silbergelatinepapier / ALBERTINA, Wien

Die Zusammenarbeit zwischen Fotograf:in und Tänzer:in bildete einen entscheidenden Faktor: Die Inszenierung und die Interpretation eines Motivs entstanden im Idealfall in einem dialogischen Wechselspiel. Welches Abbild einer Persönlichkeit und ihrer flüchtigen Kunst für die Nachwelt fixiert wurde, war von der gestalterisch-kreativen Lösung der Fotograf:innen gleichermaßen abhängig wie von der inszenatorischen Ausdrucksfähigkeit der Tänzer:innen. Nicht zuletzt spielte die technische Weiterentwicklung der Fotografie eine signifikante Rolle für die Veränderung der bildnerischen Möglichkeiten und der visuellen Umsetzung neuer Motive.

Alle ausgestellten Objekte stammen aus der Fotosammlung ALBERTINA und sind teils aus der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt sowie der Österreichischen Ludwig Stiftung für Kunst und Wissenschaft.

Tanzbild zeigt Fotos von u. a.: Erwin Blumenfeld, Atelier d’Ora, Hugo Erfurth, Trude Fleischmann, Rudolf Koppitz, Lisette Model, Charlotte Rudolph oder Anton Josef Trčka.

Zu den abgebildeten Tänzer:innen zählen u. a. Josephine Baker, Anita Berber, Sebastian Droste, Isadora Duncan, Valeska Gert, Hilde Holger, Harald Kreutzberg, Gret Palucca, Anna Pawlowa, Schwestern Wiesenthal sowie Mary Wigman.

Atelier d’Ora / Sent M’Ahesa, 1910er-Jahre / 21,5 × 9,6 cm, Silbergelatinepapier / ALBERTINA, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung für Kunst und Wissenschaft

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