
22.7. – 26.10.2026
Fotografie und Reisen sind heute untrennbar miteinander verbunden – doch diese Verbindung besteht bereits seit der Etablierung des neuen Mediums im 19. Jahrhundert. Die Ausstellung Die Welt im Fokus widmet sich der Reise- und Expeditionsfotografie ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Fotografie zur Abbildung der Welt zunehmend eingesetzt wurde. Fotografien überzeugten durch Präzision, Detailreichtum und die Möglichkeit ihrer Vervielfältigung. Im Vergleich zu den bisher üblichen mitreisenden Zeichnern, die nach und nach von den Fotografen abgelöst wurden, beschleunigte sich zudem die Arbeit vor Ort.

Die umfangreichen Serien, die im Zentrum der Ausstellung stehen, zeigen unterschiedliche Regionen der Welt und erzählen von wechselnden Machtansprüchen, dem Ausbau der Mobilität, sowie der Erschließung abgelegener Landschaften und dem aufkommenden Tourismus. Zudem beleuchtet die Präsentation die Zusammenhänge, in denen Fotografen auf Reisen geschickt wurden; die Bedingungen, unter denen die Aufnahmen entstanden, sowie die Wege, wie sie in Ausstellungen präsentiert wurden, dem Wissenstransfer dienten und die Vorstellungen über entfernte Territorien nachhaltig prägten.

Die Reisefotografie ging weit über das Festhalten von landschaftlicher Schönheit hinaus. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts begleiteten Fotografen oft Expeditionen, die von Regierungen ausgestattet und von politischen, ökonomischen oder wissenschaftlichen Motiven geleitet wurden. Darüber hinaus unternahmen Fotografen Reisen aus eigenem kommerziellem Interesse und bedienten mit ihren Aufnahmen die größer werdende Nachfrage eines interessierten Publikums. Eine Veränderung der Bildproduktion brachte das Erstarken der Amateurfotografie gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Wohlhabende Amateur:innen machten auf Reisen Aufnahmen nach eigenen Interessen und persönlichen Vorlieben, und auch Kunstschaffende setzten die Fotografie nach individuellen Bedürfnissen ein.

Die Weiterentwicklung der Kameratechnik erlaubte spontanere, momenthafte Aufnahmen. Der westlich geprägte Blick auf ferne Regionen spiegelt sich in den Aufnahmen der meisten europäischen Fotografierenden wider.
Die beeindruckenden Werke, die in der Ausstellung gezeigt werden, stammen aus der facettenreichen Sammlung der ALBERTINA. Sie nehmen uns mit in die eisigen Höhen der Alpen, an die antiken Stätten Ägyptens und des Nahen Ostens, in entlegene Gebiete der Habsburger-Monarchie oder weit entfernte Länder wie Japan und Indien. Gleichzeitig führen die gezeigten Fotografien die Veränderungen vor Augen, die die abgebildeten Regionen bis heute erfahren haben.

Die Welt im Fokus präsentiert ausschließlich Fotografien aus der Sammlung der ALBERTINA und der als Dauerleihgabe an der ALBERTINA verwahrten Sammlung der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt. Mit dieser Ausstellung setzt die ALBERTINA ihre Reihe thematischer Präsentationen aus ihrer bedeutenden fotografischen Sammlung fort und macht eine weitere Facette eines der umfangreichsten fotografischen Bestände Österreichs sichtbar.
