
Am Dienstag, dem 3. Februar, lud Howard T. Solomon, Geschäftsträger der US-Mission bei den Internationalen Organisationen in Wien, zu einem besonderen Empfang unter dem Titel „Freedom250: US Leadership in Outer Space – Ein Abend mit Astronaut Stephen Bowen“ ein.
Die Veranstaltung bot einen eindrucksvollen Rahmen, um den bevorstehenden Start der NASA-Mission Artemis II in den Fokus zu rücken – ein Meilenstein, der als nächster großer Schritt auf dem Weg zu einer langfristigen Rückkehr zum Mond und zukünftigen Missionen zum Mars gilt.

Bereits zu Beginn des Abends stellte Solomon die aktuelle strategische Ausrichtung der amerikanischen Raumfahrtpolitik vor und betonte die Bedeutung von Innovation, internationaler Zusammenarbeit und wissenschaftlichem Fortschritt. Artemis II sei nicht nur eine technische Mission, sondern Teil einer umfassenden Vision, die Menschheit über die erdnahe Umlaufbahn hinaus zu führen.
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Im Mittelpunkt des Abends stand anschließend der renommierte NASA-Astronaut Stephen G. Bowen, der als Ehrengast die Gäste aus Diplomatie, Wissenschaft, internationalen Organisationen und Medien begrüßte. Bowen gewährte persönliche Einblicke in seine langjährige Karriere im All und sprach über die Herausforderungen und Chancen der neuen Artemis-Ära.
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Ein Astronaut mit außergewöhnlicher Laufbahn: Stephen G. Bowen
Stephen Bowen ist der erste U-Boot-Offizier der US-Marine, der von der NASA zum Astronauten ausgewählt wurde. Er ist Veteran mehrerer Space-Shuttle-Missionen, darunter STS-126, STS-132 und STS-133, die entscheidend zum Ausbau der Internationalen Raumstation beitrugen.
Zuletzt startete Bowen im März 2023 als Kommandant der NASA-Mission SpaceX Crew-6 zur ISS. Insgesamt verbrachte er über 227 Tage im Weltraum und absolvierte zehn Außenbordeinsätze mit fast 66 Stunden EVA-Zeit, womit er zu den erfahrensten Astronauten seiner Generation zählt.
Seine Ausführungen machten deutlich, wie sehr sich die Raumfahrt in den letzten Jahren gewandelt hat – von den Shuttle-Flügen hin zu einer neuen Ära kommerzieller Partnerschaften und ambitionierter Tiefenraumexploration.

Artemis II – Wissenschaft und Vorbereitung auf den Mond
Die Mission Artemis II stellt den ersten bemannten Flug im Rahmen des Artemis-Programms dar. Sie wird die Raumkapsel Orion und die leistungsstarke Rakete Space Launch System (SLS) erstmals mit einer Crew auf eine etwa zehntägige Reise um den Mond und zurück schicken.
Neben der technischen Bestätigung der Systeme spielt auch die Forschung eine zentrale Rolle: Die Astronautinnen und Astronauten fungieren dabei nicht nur als Crew, sondern auch als wissenschaftliche Teilnehmer. Experimente und medizinische Untersuchungen sollen helfen, besser zu verstehen, wie sich die menschliche Gesundheit im tiefen Weltraum verändert – eine Grundlage für spätere Missionen zum Mond und langfristig zum Mars.

Die Crew von Artemis II: Vier Entdecker für ein neues Kapitel

Im Rahmen des Abends wurde auch die Besatzung der Artemis-II-Mission vorgestellt – vier Persönlichkeiten, die als Symbol einer neuen Generation von Raumfahrern gelten.
Reid Wiseman – Kommandant
Reid Wiseman wird als Kommandant die Artemis-II-Mission führen. Er flog bereits 2014 als Flugingenieur zur Internationalen Raumstation und verbrachte dabei 165 Tage im All. Von 2020 bis 2022 leitete er das Astronautenbüro der NASA.
Der gebürtige Baltimoreer studierte am Rensselaer Polytechnic Institute und erwarb einen Masterabschluss in Systemtechnik an der Johns Hopkins University. Wiseman gilt als erfahrener Pilot und Führungspersönlichkeit, die nun die Verantwortung für einen der bedeutendsten Flüge der kommenden Jahre übernimmt.
Victor J. Glover – Pilot
Victor J. Glover wird als Pilot seinen zweiten Weltraumflug absolvieren. Zuvor war er Pilot der SpaceX Crew-1-Mission zur ISS und sammelte umfangreiche Erfahrung als Marineflieger und Testpilot.
Mit über 3.000 Flugstunden in mehr als 40 Flugzeugtypen sowie zahlreichen Einsätzen zählt Glover zu den technisch versiertesten Mitgliedern der Crew. Seine akademische Laufbahn umfasst mehrere Masterabschlüsse in Engineering und militärischer Einsatzführung.
Christina Koch – Missionsspezialistin
Christina Hammock Koch wird als Missionsspezialistin ebenfalls ihren zweiten Weltraumflug antreten. Sie stellte einen Rekord für den längsten einzelnen Raumflug einer Frau auf: 328 Tage im All.
Zudem nahm sie am ersten rein weiblichen Weltraumspaziergang teil. Koch studierte Elektrotechnik und Physik an der North Carolina State University und gilt als eine der bedeutendsten Astronautinnen der Gegenwart.
Jeremy Hansen – Missionsspezialist (Kanada)
Der kanadische Astronaut Jeremy Hansen wird als erster Kanadier überhaupt zum Mond reisen. Er ist Mitglied der Canadian Space Agency und wurde im Rahmen der dritten kanadischen Astronautenrekrutierung ausgewählt.
Hansen diente als CF-18-Kampfpilot, arbeitete später in der Missionskontrolle der NASA und nahm an internationalen Trainingsprogrammen wie ESA-CAVES und NEEMO teil. Seine Teilnahme an Artemis II unterstreicht die internationale Dimension der Mission.

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Ein inspirierender Abend mit Blick in die Zukunft
Der Empfang in Wien bot nicht nur faszinierende Einblicke in die wissenschaftlichen und technologischen Herausforderungen der modernen Raumfahrt, sondern vermittelte auch den Geist eines neuen Zeitalters der Exploration.
„Freedom250“ wurde damit zu einer eindrucksvollen Ouvertüre auf Artemis II – eine Mission, die nicht nur die Rückkehr zum Mond einläuten wird, sondern auch den Grundstein für die nächsten großen Schritte der Menschheit im All legt.






Text: Svetlana Nenadovic Glusac
Fotos & Video: Magazin Diplomacy&Commerce Austria